bvdm-Konjunkturtelegramm
Deutsche Druckindustrie im Juni 2010
Aktuelle Geschäftslage
Im Juni 2010 wurde die aktuelle Geschäftslage in der Druckindustrie noch immer als unbefriedigend beurteilt. Die Einschätzungen verschlechterten sich sogar gegenüber dem Vormonat deutlich um 13 Prozent auf minus 32 Prozent der Salden aus positiven und negativen Einschätzungen. Im Verarbeitenden Gewerbe war die Stimmung dagegen positiv und um beachtliche 38 Prozent besser.
Die Auftragsbestände und die Produktionsentwicklungen im Mai 2010 wurden erneut schlecht beurteilt, hingegen sich die Nachfrage leicht verbesserte. Ungefähr 33 Prozent der befragten Druckereien waren nach den Ergebnissen des ifo-Konjunkturtests im Juni im Auslandsgeschäft tätig. Ihre Beurteilungen der Auslandsaufträge zeigten sich leicht verschlechtert und mit minus 22 Prozent nicht zufriedenstellend.
Das Geschäftsklima
verheißt für das Quartal Juli bis September keine Verbesserung, denn es verharrte nahezu unverändert auf minus 16 Prozent. Es wird als Mittelwert aus aktueller Geschäftslage und den Geschäftserwartungen für die nächsten sechs Monate berechnet und dient als Indikator für die Entwicklung im nächsten Quartal. Immerhin waren die Erwartungen für das Auslandsgeschäft erstmals seit Oktober 2009 wieder positiv und lagen bei plus einem Prozent. Das bedeutete eine Verbesserung um 14 Prozent.
Die Geschäftserwartungen
für den Halbjahreszeitraum Juni bis November 2010 sind ebenfalls erstmals seit Oktober 2009 wieder positiv und haben sich gegenüber Mai um 13 Prozent auf plus zwei Prozent verbessert. Im gleichen Vorjahresmonat lagen sie noch bei minus 26 Prozent. 23 Prozent der Unternehmer erwarteten im Juni eine verbesserte, 21 Prozent eine verschlechterte Geschäftslage und 56 Prozent keine Änderungen.
JHV im VDM-NRW

- Neuer Vorsitzender Dr. Reinhard Laumanns und Vorstandsmitglied Dr. Wolfgang Pütz.
"Druckindustrie NRW blickt optimistisch
in die Zukunft"
Die Druckindustrie in NRW bewahrt sich einen optimistischen Blick in die Zukunft. Das betonte Oliver Curdt, Geschäftsführender Vorstand des Verbandes Druck + Medien NRW, Anfang Mai auf der Jahreshauptversammlung in Münster. "Ohne Druckprodukte wäre das wirtschaftliche und öffentliche Leben und Wirken um vieles ärmer, es würde schlichtweg nicht funktionieren", so Curdt. Zur Veranstaltung waren rund 200 Vertreter von Druckereien, Agenturen und Verlagen gekommen.
Auch 2009 war der NRW, in dem 23 Prozent aller Druckunternehmen und Druckdienstleister in Deutschland hier ihren Sitz haben, Deutschlands Druckstandort Nummer Eins. Mit knapp 32.000 arbeiten hier ein Fünftel aller in der Branche beschäftigten Mitarbeiter. Gleiches gelte auch für die Ausbildungsquote: Mit 1.330 neuen Auszubildenden im vergangenen Jahr, liege die Druckindustrie in NRW bundesweit wieder an der Spitze, und dieses bereits seit vielen Jahren. Die Ausbildungsquote beträgt in NRW acht und zehn Prozent und liegt in einigen Betrieben noch darüber. Insgesamt kamen 2009 rund 26 Prozent des (um 6,8 Prozent gesunkenen) Branchenumsatzes aus Nordrhein-Westfalen. Beleg für die gute Position der NRW-Druckindustrie sind laut Curdt auch die 34 Firmen und damit rund 1/3 aller Preisträger, die im vergangenen Jahr bei wichtigen Branchen-Awards ausgezeichnet wurden.
Verband hat Vorreiterrolle
Bezogen auf die Arbeit des Verbandes Druck + Medien NRW e.V. betonte Curdt, dass dieser eine Vorreiterrolle in der Branche einnehme und seiner Bedeutung und Größe innerhalb der Bundesrepublik gerecht werde. Die Zunahme der Mitgliederzahl um über 100 in den letzten drei Jahren belege dies genauso wie die Zahl der Mitarbeiter, zu denen mehr als 30 Berater, Trainer und Fachkräfte gehörten.
Als Fokus der Verbandsarbeit nannte Curdt die Bildungsarbeit. Zudem gelte es, die Betriebe bei den Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft noch intensiver zu beraten und zu begleiten. Insbesondere vor dem Hintergrund des Strukturwandels im Bereich der Information und Kommunikation sowie den vielen Möglichkeiten der elektronischen Medien und sozialen Netzwerke sei ein konsequentes Innovationsmanagement und Cross-Mediale-Kompetenz von Bedeutung.
Dies geschehe über die Qualifizierung von Auszubildenden, der Gründung einer neuen Management Bildungsakademie zur Führungskräfteentwicklung in der Druckindustrie, einer Innovationstrend-Partnerschaft mit dem Trendforschungsbüro TrendOne aus Hamburg und der organisatorischen Verankerung eines Innovationtrend-Teams beim VDM NRW. Den Mitgliedern sollen auf diesem Wege neueste Entwicklungen und Trends aus den Bereichen Information, Kommunikation, Medien und IT vermittelt werden.
Welche Trends hierbei gemeint sind, präsentierte TrendOne in einem Vortrag während der Veranstaltung. Während der gut einstündigen Präsentation stellte das Unternehmen rund 20 Entwicklungen und mediale Innovationen vor, die die Welt der Zukunft prägen werden. Die Bandbreite reichte hierbei von einer personalisierten Zeitung über IPhone-Book für Kinder bis zu einer Printanzeige, die auf Sonne reagiert. Beim Vortrag wurde deutlich, dass das Zusammenwachsen von klassischen Elementen der Druckindustrie mit modernen Online-Formen nicht mehr aufzuhalten ist.
Der VDM NRW wählte zudem einen neuen Vorsitzenden: An der Spitze des Verbandes steht nun Dr. Reinhard Laumanns, Zeitungsverleger aus Lippstadt. Er folgt Dr. Wolfgang Pütz in dieses Amt, der den Verband 23 Jahre ehrenamtlich erfolgreich geführt hat. Zum Stellvertreter wurde Thorsten Anhalt von der Firma Fries Print und Medien aus Köln gewählt. Neu im NRW Vorstand ist Matthias Tietz von der Rheinischen Post aus Düsseldorf.
bvdm
Gedankenaustausch Bankenanalysten fortgesetzt
Informationen über die wirtschaftliche Lage der Druckindustrie in der Wirtschaftskrise zu geben und zugleich die Vielfalt und Leistungsfähigkeit der deutschen Druckindustrie aufzuzeigen war das Ziel der 10. Bankenkonferenz. Eingeladen hatten Mitte April nach Wiesbaden wieder der Bundesverband Druck und Medien (bvdm), Branchenanalysten großer Kreditinstitute und erstmals auch die Fachpresse. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe bietet der Verband den Banken einen fundierten Einblick in die konjunkturelle und strukturelle Entwicklung der Druckindustrie, präsentiert erfolgreiche Mitgliedsunternehmen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung der Branche.
"Die Druckindustrie ist nach den derzeit vorliegenden Ergebnissen für 2009 besser als manche andere bedeutende Industriebranche durch die heftigste Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit gekommen, die Umsatzrückgänge waren nur einstellig. Auch die Zahl der Insolvenzen ist nicht wieder auf die hohe Zahl des Jahres 2003 gestiegen. Die Beschäftigten konnten oftmals durch Kurzarbeit im Unternehmen gehalten werden. Trotzdem ist die Beschäftigtenzahl 2009 erstmals unter die Grenze von 170.000 gesunken", stellte der Präsident des bvdm, Rolf Schwarz, fest.
Zu den Aussichten für das Jahr 2010 und 2011 äußerte sich Chefvolkswirtin Dr. Nora Lauterbach vorsichtig, denn die wirtschaftliche Belebung der deutschen Gesamtwirtschaft wird für 2010 gering prognostiziert, nach wie vor seien Impulse von steigenden Werbeausgaben für Printprodukte nicht zu erwarten. Der bvdm geht für 2010 von einem weiteren Umsatzrückgang von zwei bis drei Prozent aus - für 2011 im besten Fall von Stagnation.
Aufgrund des jährlich durchgeführten Bilanzkennzahlenvergleichs der Verbände konnte Jens Meyer, Leiter der Abteilung Betriebswirtschaft im Verband Druck und Medien Bayern, den Analysten wertvolle Vergleichszahlen zu ihren eigenen Erhebungen bieten. Der Bilanzkennzahlenvergleich 2008 ergab, dass sich die Eigenkapitalquoten bei den Verbandsmitgliedern leicht erhöht haben.
Torben Thorn, Umweltspezialist des bvdm, stellte anschließend den Branchenanalysten die Klimainitiative der Druck- und Medienverbände vor. Mittlerweile werden auf Wunsch der Kunden für etliche Druckaufträge Kompensationszahlungen für das beim Drucken entstandene CO2 geleistet. Thorn erklärte, wie das CO2-Volumen ermittelt wird und welchen Standard die Kompensationsprojekte haben. Bvdm-Hauptgeschäftsführer Thomas Mayer betonte, dass es moderne Druckunternehmen auszeichne, ihren Kunden CO2-Bilanzen und entsprechende Zertifizierungen anzubieten.
Wie in den vergangenen Jahren präsentierte sich zum Schluss der Veranstaltung ein erfolgreiches Druckunternehmen. Michael Kappler, Geschäftsführender Gesellschafter der Firma "odd Print und Medien" in Bad Kreuznach, Rheinland-Pfalz, stellte sein Unternehmen vor. Erst 1989 gegründet, mehrfach umgezogen, etliche Übernahmen integriert, lebt das Unternehmen am neuen Firmensitz in Bad Kreuznach nun mit mittlerweile 140 Mitarbeitern den "Full-Service-Gedanken", ist Klassische Print-Agentur und seit Jahren erfolgreich im Digitaldruck tätig, bietet aber auch Website Design, Datenbankverwaltung, Mailing-Services und Web-to-Print-Portale an. Um den Qualitätsstandard auch nach außen zu dokumentieren, hat sich die odd Print von dem Verband nach ProzessStandard Offsetdruck (PSO) zertifizieren lassen, bietet CO2-Kompensationen an und ist ein nach FSC und PEFC zertifizierter Betrieb.
Die Analysten konnten sich somit nicht nur ein umfassendes Bild von der wirtschaftlichen Lage der Branche machen, sondern auch in einen direkten Dialog mit einem erfolgreichen Unternehmer treten. Die Bankenkonferenz bewies sich einmal mehr als wichtige Veranstaltung, die den Analysten und der Fachpresse hilft, die künftige Entwicklung der Branche und das Innovationspotenzial der Unternehmen differenziert zu beurteilen. Der regelmäßige Dialog mit dem Verband sei wichtig und befruchte die tägliche Arbeit, bestätigten die Bankenvertreter.
VDM Baden-Württemberg
Wirtschaftslage de Druckindustrie weiter unbefriedigend
Der aktuelle Geschäftsbericht des Verbandes Druck und Medien Baden-Württemberg schlägt sorgenvolle Töne an. Denn 80 Prozent des Umsatzes der Druckindustrie ist abhängig von der Werbung. Und nach wie vor ist die Werbung treibende Wirtschaft mit der Vergabe von Aufträgen zurückhaltend. Während andere Branchen schon von konjunktureller Erholung sprechen, zeige die Erfahrung, dass diese in der Druckindustrie meist mit einer Zeitverzögerung von bis zu sechs Monaten ankommt. So ist es nicht verwunderlich, dass sich die ersten Monate 2010 kaum vom Problemjahr 2009 unterschieden haben. Doch haben sich die Geschäftserwartungen für das 2. Halbjahr gegenüber dem Jahresanfang etwas verbessert.
Die Umsatzzahlen
Im Jahresdurchschnitt 2009 erwirtschafteten die Betriebe einen Umsatz von 2,586 Milliarden Euro, in 2008 waren dies noch 2,752 Milliarden. Dies entsprach einem Umsatzrückgang von fast sechs Prozent. Die Januar- und Februar-Umsatzzahlen 2010 sehen düster aus, hier wurde durchschnittlich ein Umsatzrückgang gegenüber dem Vorjahreszeitraum von mehr als elf Prozent verzeichnet (erfasst werden vom Statistischen Landesamt Betriebe mit über 50 Beschäftigten). Eine gewisse Besserung gab im März, hier war der Umsatz nur noch um zwei Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurückgegangen. Eine klare Besserungstendenz war jedoch noch nicht ersichtlich. Insgesamt wird 2010 trotz der erwarteten Besserung der Geschäftslage in den nächsten Monaten mit einem Umsatzrückgang von zwei bis drei Prozent Prozent gerechnet.
Die Werbung
Im Verlauf des Jahres 2009 gingen die Werbeinvestitionen nach Angaben des Zentralverbandes der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) um sechs Prozent zurück. Dies entspricht in etwa auch dem Rückgang des Umsatzes in der Druckindustrie. Für das Jahr 2010 rechnet der ZAW mit einem weiteren Rückgang der Netto-Werbeeinahmen um drei Prozent. Insofern ist auch die prognostizierte Rückläufigkeit des Umsatzes in der Druckindustrie für 2010 nachvollziehbar.
Insbesondere zu Ende des Jahres 2009 und Anfang 2010 wurden Papierpreiserhöhungen angekündigt und teilweise auch umgesetzt - erklärt auch durch Produktionsverknappung, die bei manchen Papiersorten sogar zu Lieferschwierigkeiten führt. Außerdem hat die Papiererzeugung Probleme mit dem drastisch gestiegenen Altpapierpreis und dem hohen Bedarf insbesondere in China. Das Problem der Druckindustrie ist es vor allem, die steigenden Papierpreise beim Endkunden nicht durchsetzen zu können.
Die Investitionen
Für das Jahr 2009 liegen noch keine genauen Investitionszahlen vor. Die Prognosen deuten aber einhellig darauf hin, dass die Investitionsneigung der Druckindustrie 2009 in der heftigen Wirtschaftskrise gegenüber 2008 nachgelassen hat. Auch die Unsicherheit über die weitere wirtschaftliche Entwicklung hat sich auf die Investitionsbereitschaft insbesondere 2009 ausgewirkt. Im Jahr 2010 wollen die Unternehmen der Druckindustrie nach den Ergebnissen des Ifo-Instituts überwiegend aus Gründen der Ersatzbeschaffung investieren (48 Prozent), 17 Prozent der Investitionen sind primär zur Kapazitätserweiterung vorgesehen, 16 Prozent dienen vor allem der Rationalisierung und sieben Prozent der Umstrukturierung. Insgesamt erwartet der Verband nicht, dass die Investitionstätigkeit unter dem Jahr 2009 liegen wird.
Die Beschäftigung
Im Jahr 2009 lag der Rückgang der Beschäftigten in der Druckindustrie bei 2,1 Prozent, insgesamt blieb die Mitarbeiterzahl bei rund 25.000 (14.172 in Betrieben mit mehr als 50 Beschäftigten, etwa 10.000 in Betrieben mit weniger als 50 Mitarbeitern). Nachdem im Jahr 2009 auch über Kurzarbeit teilweise zu hoher Personalbestand gehalten wurde, sind im 1. Quartal 2010 Personalanpassungen vorgenommen worden. Der Personalbestand lag in diesem Zeitraum um durchschnittlich sieben Prozent unter dem Personalbestand des Jahres 2009. Über das Jahr gesehen geht der Verband jedoch davon aus, dass sich der Personalabbau beruhigt. Die Hoffnung ist, dass sich die Beschäftigtenzahl zum Ende des Jahres wieder stabilisiert.
Die Zahl der Insolvenzen hat sich im Jahr 2009 gegenüber dem Jahr 2008 von 16 Betrieben auf 31 Betriebe fast verdoppelt. Auch hier erhofft sich der Verband, dass sich die Lage im Verlauf des Jahres 2010 beruhigt.
Die Ausbildung
Insgesamt werden in der Druckindustrie in Baden-Württemberg vom ersten bis zum dritten Ausbildungsjahr aktuell 2.471 Auszubildende beschäftigt. Das sind 4,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Dies zeigt auf, dass die Einstellung von Auszubildenden konjunkturabhängig ist. Dies gilt insbesondere für eine klein- und mittelständisch strukturierte Branche die sehr darauf achtet, den Auszubildenden auch nach einer Ausbildung vernünftige Zukunftschancen bieten zu können.
Vergleicht man die Berufe des ersten Ausbildungsjahres 2009 insgesamt mit dem Vorjahr, ist ein außergewöhnlich starker Rückgang von minus 23 Prozent festzustellen. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass in der Zeit von 2005 bis 2008 die Ausbildungszahlen in der Druck- und Medienindustrie Baden-Württemberg kontinuierlich gestiegen sind. Nach wie vor liegt die Ausbildungsquote bei nahezu neun Prozent.
VDM-NRW
"Media Moderna" verknüpft Gedrucktes mit Digitalem
Die Teilnehmer des dreimonatigen Grundkurses Vorstufe 2009 der Akademie Druck + Medien NRW haben im Rahmen ihres praktischen Abschlussprojektes ein Fachmagazin mit dem Namen "Media Moderna" produziert. Neben der kreativen Gestaltung und der technischen Qualität legten die Ausbilder in Lünen großen Wert auf die inhaltliche Aktualität der Themen - crossmediale Nutzung von Informationen war dabei eines der zahlreichen Themengebiete. Diese wurde durch die Erstellung einer Pixelmatrix (QR-Code) auf der Titelseite des Magazins realisiert, die den Leser nun durch Abfotografieren dieses Codes mit einem geeigneten Handy auf eine projekteigene Website leitet. Dort finden sich weiterführende Informationen zu genau diesem Verknüpfungsthema zwischen Print und WEB.
Seit Jahren ist der dreimonatige Premium-Grundkursus "Vorstufe" der Akademie Druck + Medien NRW fester Bestandteil der Berufsausbildung zum Mediengestalter für Digital- und Printmedien. Für die Teilnehmer hat der Kursus auch 2009 mit einem praktischen Abschlussprojekt geendet: "Media Moderna". "Uns ging es primär darum, viele Aspekte moderner Medienarbeit zu vermitteln, veraltete Mythen zu bereinigen und vor allem das Interesse an aktuellen zukunftsweisenden Technologien und Trends bei den Teilnehmern zu wecken", so André Husken, Trainer für Aus- und Weiterbildung an der Akademie.
Die Teilnehmer sollten ein Magazin mit Fachthemen aus dem Bereich Druck und Medien konzipieren, gestalten, texten und realisieren und so zeigen, dass sie auf die Anforderungen ihres zukünftigen Berufes als Mediengestalter für Digital- und Printmedien vorbereitet sind. Das Ergebnis kann sich sehen lassen und mus sich aus Sicht der Ausbilder "keinesfalls hinter vergleichbaren Magazinen verstecken." Darin finden sich unter anderem Artikel zum professionellen Umgang mit aktuellen Dateiformaten, zur Funktionsweise moderner Betriebssysteme, zu neuen Farbhilfssystemen und zu Automatisierungstechniken wie GREP, XML, XSL(T) und Co.
Themen wie Typografie- und Gestaltungsgrundlagen, Rastertechnologie, Farblehre, Reproduktion, Papier, Druck und Weiterverarbeitung wurden bislang mehr theoretisch betrachtet. Mit "Media Moderna" erfolgte der Transfer in die Praxis. Das zuvor praktisch vermittelte Wissen zur Medienproduktion mit Hilfe der Adobe Produktreihe "Creative Suite" oder Quark "XPress" wurde bei der Umsetzung des Projektes gefestigt und ausgeweitet. Die Verknüpfung vom Printmedium zum Internet wurde ebenfalls modern gelöst:
Eine verschlüsselte Pixelmatrix in Form eines QR-Codes auf der Titelseite des Magazins lässt sich mit diversen QR-Code-Readern auslesen und leitet den Nutzer direkt zur projekteigenen MediaModerna-Website, die Eingabe eines Links entfällt dabei völlig. Besucher der Homepage mediamoderna.admnrw.de finden hier weitere Informationen zur Verknüpfung zwischen Print und WEB durch solche QR-Codes - einem Thema, dem die Branche eine zunehmende Bedeutung attestiert.
"Media Moderna" kann bei der Akademie Druck + Medien NRW per Email unter akademie@vdmnrw.de bestellt werden.
2. Forum ePrint-Portal des bvdm/zipcon

- Bernd Zipper (links) moderiert die Diskussionen beim Forum ePrint-Portal.
Print-Portale und Web-to-Print verschmelzen
Print-Portale und Web-to-Print verbinden sich zu komplexen und ausgereiften Lösungen. Aktuelle Beispiele und Werkzeuge dazu, zeigte das 2. Forum ePrint-Portal des Bundesverbandes Druck und Medien in Kooperation mit zipcon consulting im Mai im ZDF-Konferenzzentrum in Mainz.
Vom einfachen Online-Shop zum ausgereiften Print-Portal mit integrierten Web-to-Print-, CRM- und MIS-Systemen - die Bandbreite für Druck- und Medienbetriebe ist gewaltig. Und sie bietet den Betrieben gute Möglichkeiten, ihre Kundenbindung zu verbessern und online einen weiteren Vertriebskanal aufzubauen.
Dabei gibt es große Unterschiede. Je nach Zielgruppe und Geschäftsfeld variieren die Anforderungen: Offene Endkundenportale, Business-to-Business-Portale (BtB) mit direkter Paymentanbindung oder BtB-Produktions-Portale als Closed-Shop-Lösung - die vorgestellte Vielfalt zeigte: Print-Portale haben sich aus der eCommerce-Nische zu einem festen und wachstumsstarken Geschäftsfeld für die Druck- und Medienbranche entwickelt.
Neue Standards für die Shopwelt
Internet-Visionär und Publizist Tim Cole ermutigte die 100 Gäste des Forums auf allen Medienkanälen präsent zu sein. Print werde weiter eine riesige Rolle spielen. Doch Zukunftsaufgabe sei es, zusätzliche Angebote für den wachsenden Online-Markt zu entwickeln. Neue Standards erobern dabei die "Internet-Shopwelt". Sie bergen, so Marcel Neiber (Laserline, Berlin), gute Chancen, zusätzliche Kunden-services wie Web-to-Print und Media Asset Management auszubauen. Oder aber auch, das Kerngeschäft zu stärken und die Qualitäten von Print virtuell und animiert dazustellen.
Voraussetzung für die Akzeptanz und den Erfolg ist die Benutzerfreundlichkeit der Portale. "Qualität verkauft", lautet das Credo von Rainer Seidlitz (TÜV Süd), der in seiner Praxis Portale in puncto Informationsqualität, Datenschutz, Datensicherheit und Prozessqualität kritisch unter die Lupe nimmt. Dr. André Jordans, Justiziar des Bundesverbandes Druck und Medien (bvdm), sensibilisierte zum Thema Online-Recht. Der bvdm hat kürzlich für seine Mitgliedsbetriebe Online-AGBs und Empfehlungen herausgegeben. Die Auswahl der Bezahlsysteme und Payment Provider muss sorgfältig geplant und bedacht werden, riet Jörg Mertens von Bertelsmann Financial Services.
Datencheck als Geschäftsfeld?
Datenannahme und Prüfung - wie kommen Jobs vom Portal in den Workflow? Peter Kleinheider, inpetto, stellte Werkzeuge z.B. für die Datenprüfung bei PDF-Uploads und Preflight-Portale vor. Dabei könne die Kontrolle und die anfallenden Korrekturen durchaus als eigene Dienstleistung und kostenpflichtiges Angebot vermarktet werden.
Vom Mediendienstleister zum "Software as a Service (SaaS)-Dienstleister" sieht Bernd Zipper (zipcon consulting) die Entwicklung der Branche. Ob als Portalsoftware eine zentrale Eigenentwicklung, eine dezentrale Miet-Anwendung oder eine Kombination geeignet ist, richtet sich ganz nach Größe, Anforderung, Produktions- und Marksegment des Betriebes.
Fakt ist, Print-Portale bieten Möglichkeiten für Unternehmen aller Größen und Strukturen. Olav Kollin, Kollin Mediengesellschaft, stellte mit Print4Reseller ein Druckportal mit Wiederverkäuferoption vor. Das Portal präsentiere für Großkunden, Druckereien und Agenturen einen einfachen Einstieg in das Onlinegeschäft und die Option der Eigenproduktion oder Fremdvergabe der Aufträge.
Ideen schlagen Budget
Web-to-Print in Social Media ist ein Wachstumsmarkt - dies bewies Johannis Hatt mit myprinting.de. Gegründet im Jahr 2007 schaffte das Unternehmen allein in 2009 ein Umsatzwachstum von 400 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Sein Erfolgsrezept: Beziehen Sie Ihre Kunden aus der Social Community in die Produktentwicklung mit ein! Sein Fazit, das für das gesamte Thema ePrint-Portale gelten könnte: "Ideen schlagen Budget!"
Verband Druck und Medien Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt
Neuer Vorstand zum 20jährigen Gründungsjubiläum
In Anwesenheit des Sächsischen Staatsministers für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, Sven Morlok, der Oberbürgermeisterin der Stadt Zwickau, Frau Dr. Pia Findeiß sowie weiterer Vertreter der Branche und Gäste beging der Verband Druck und Medien Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt im April 2010 auf seiner Jahrestagung in Zwickau das 20jährige Bestehen des Verbandes. Am Ort der Verbandsgründung gab es Dankesworte an die Unternehmen, aber auch an den Bundesverband Druck und Medien e. V. und den Verband Druck und Medien Bayern e. V., die die Profilierung des Verbandes in den schwierigen Zeiten nach der Wende vorangebracht haben.

- Von links nach rechts: Volker Werner, a bis z Pblishing GmbH, Leipzig, Beisitzer; Jens Wahren, RIECO Orgaform Altenburg GmbH, Beisitzer; Karl-Georg Nickel, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Verbandes; Klaudia Rohr, Druckveredelung Leipzig GmbH; Dr. Klaus Schwarz, SCHWARZ Druck, Werbung und Verlag GmbH, Meerane, Vorsitzender; Günter Wolf, polyprint Riesa GmbH, 1. Stellvertretendere Vorsitzender
Sven Morlok, Sächsischer Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr hob in seinem Grußwort die Bedeutung der Verbandsarbeit ausdrücklich hervor, die ohne das herausragende Engagement der Ehrenamtlichen nicht möglich wäre. Die Mitgliederversammlung wählte Dr. Klaus Schwarz zu ihrem Vorsitzenden. Darüber hinaus wurden weitere Vorstandsmitglieder gewählt: Günter Wolf, polyprint Riesa GmbH als 1. Stellvertreter, Martina Radlbeck, Mundschenk Druck + Medien GbR, Kropstädt, als 2. Stellvertreterin, Klaudia Rohr, Druckveredelung Leipzig GmbH, als Schatzmeisterin, Karl-Georg Nickel als geschäftsführendes Vorstandsmitglied, Jens Wahren, RIECO Orgaform Altenburg GmbH und Volker Werner, a bis z Publishing, Leipzig jeweils als Beisitzer. Dr. Klaus Schwarz ist Geschäftsführer der Firma SCHWARZ Druck, Werbung und Verlag GmbH in Meerane und langjähriges Verbandsmitglied. Mit ihm steht ein überzeugender und fachlich versierter Unternehmer an der Spitze, der den Aufbau des Arbeitgeberverbandes in der Vergangenheit nicht nur aktiv mit gestaltete, sondern auch dynamisch weiterführen wird. Als Vorsitzender der Verbandsgruppe Chemnitz/Zwickau des Verbandes und Fachausschussmitglied Flachdruck beim Bundesverband Druck und Medien vertritt er seit Jahren aktiv die Belange der Branche. Als Vizepräsident der Regionalversammlung Zwickau und Mitglied der Vollversammlung Chemnitz der IHK Südwestsachsen sowie als Beiratsvorsitzender des Ausbildungsringes (ABR) GmbH der IHK Südwestsachsen leistet er einen wichtigen Beitrag für die Wirtschaft in der Region. Das neue Logo und der Verbandsslogan: "Vorausdenken. Vorangehen." - motivieren und machen die zukünftigen Herausforderungen an die Verbandsarbeit deutlich: Print- und Medienproduktion soll in Wirtschaft und Gesellschaft wieder einen höheren Stellenwert erhalten. PrintXMedia - das technische Beratungsnetzwerk des Verbandes und die Klimainitiative stellen nur ein Teil des umfangreichen Dienstleistungsangebotes des Verbandes dar. Schnelle Informationen und kompetente Beratung des Verbandes sollen den Mitgliedsunternehmen im digitalen Zeitalter den unternehmerischen Erfolg sichern helfen.
bvdm
Goldene Ehrennadel der deutschen Druckindustrie
Erstmals hat der Bundesverband Druck und Medien die Goldene Ehrennadelk der deutschen Druckindustrie verliehen. Zum Auftakt des Unternehmerforums der deutschen Druck- und Medienindustrie in Berlin Mitte April 2010 zeichnete bvdm-Präsident Rolf Schwarz vier herausragende Persönlichkeiten der Druckindustrie für besondere Verdienste aus. Über die Ehrung freuten sich Heinz Fuhrberg, Dr. Roland Gerschermann, Alexander Schorsch und Richard Zöller.
Das neu geschaffene Signet symbolisiert den Umbruch der Druckindustrie und die in der Drucktechnik eingesetzten Verfahren. Ausgezeichnet werden die Ehrenamtsträger für ihr nachhaltiges Engagement in den Gremien des Bundesverbandes Druck und Medien, mit dem sie die Interessen der Druckindustrie in besonderer Weise gefördert und vertreten haben.

- (V.l.n.r.) Hauptgeschäftsführer Thomas Mayer, Heinz Fuhrber, Alexander Schorsch, Richard Zöllner, Dr. Roland Gerschermann, Präsident Rolf Schwarz
Heinz Fuhrberg war von 1987 bis 1992 stellvertretender Vorsitzender des Bildungspolitischen Ausschusses und von 1987 bis 1989 der arbeitgeberseitige Vorsitzende des Zentralfachausschusses ZFA, der gemeinsamen Einrichtung des bvdm und ver.di. In diesen Funktionen entwickelte der ehemalige Geschäftsführer der Boyens Offset GmbH (Heide) auch die heutigen Leitlinien und die Ausrichtung der Berufsbildung in der Druckindustrie. Insbesondere das in seiner Amtszeit entstandene Konzept der "Bausteinqualifikation" prägt heute den Ausbildungsgedanken der Branche und ist nahezu allgemeingültig geworden.
Dr. Roland Gerschermann, Geschäftsführer der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, wurde für seinen vorbildlichen Einsatz in der sozialpolitischen Arbeit des Verbandes ausgezeichnet. Gerschermann war von 1992 bis Ende 2009 im Vorstand des Sozialpolitischen Ausschusses, Mitglied der Tarifverhandlungskommission sowie Stellvertreter des Verhandlungsführers für die Arbeitgeberseite. Unter seiner Führung gelang der Tarifverhandlungskommission ein grundsätzlicher Paradigmenwechsel hin zu betriebsorientierten Reformen bei den Arbeitsbedingungen. "Sie waren ein wichtiger Motor in unserer Verhandlungskommission, haben wertvolle Brücken geschlagen und gute, tragfähige Tarifergebnisse ermöglicht", würdigte Schwarz die Verdienste Gerschermanns vor über 100 geladenen Gästen der Eröffnungsveranstaltung.
Alexander Schorsch war von 1997 bis 2002 Präsident des Bundesverbandes Druck und Medien. Sein Hauptanliegen als Präsident war es, die Medienkompetenz der Druckindustrie zu stärken und dies nach außen deutlich zu machen. Er gab damals die Initialzündung für ein verstärktes Konzept der Öffentlichkeitsarbeit mit der Kampagne Cross-Media - Kompetenz für Medien. Der Vorstand der Konrad A. Holtz AG (Neudrossenfeld) ist seit 1990 auch Mitglied im heutigen Wirtschaftsausschuss des bvdm und wirkte so maßgeblich bei der Ausrichtung der betriebswirtschaftlichen Arbeit der Verbandsorganisation mit. Durch seine Anregungen aus der Praxis brachte er die Themen Rating der Druckindustrie, wertorientiertes Kundenmanagement, Multimedia-Kalkulationssystematik und Benchmarking-Aktivitäten voran.
Richard Zöller, der ehemalige Technische Leiter von M. DuMont Schauberg, Köln, wurde vor genau 25 Jahren in den Hauptvorstand des Fachbereichs Zeitung des Verbandes gewählt. Seit 1987 war er dessen stellvertretender Vorsitzender und Delegierter für den Zeitungsdruck im Ausschuss Technik und Forschung. In dieser Zeit bewältige die Branche gewaltige Innovationssprünge in der Druck- und Vorstufentechnik. "Bei allem technologischen Fortschritt haben Sie stets auf die praktische Realisierungsmöglichkeit und den betrieblichen Nutzen abgehoben. Als zusätzliches ehrenamtliches Engagement haben Sie deshalb Expertenarbeit für die Sozialpolitik geleistet und in tariflichen Unterkommissionen an der Öffnung der starren Besetzungsregeln mitgewirkt", so Schwarz in seiner Laudatio.
