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Die FESPA und ihre Veranstaltungen (5)
Die Fespa und ihre Messen sind ein zentrales Tool für die Entwicklung und Präsentation der Druck- und Medienbranche. In diesem Jahr erwarten die Druckwelt und ihr Umfeld im Juni die FESPA 2010 in München. Der Siebdruck bat die FESPA, über ihre weltweite Arbeit zu berichten, um diese für die Branche transparenter zu machen. In fünf Folgen skizzieren die Verantwortlichen der Organisation mit Sitz in London die Struktur und Arbeit der FESPA.

FESPA 2010

Große Attraktivität für eine global verknüpfte Druckergemeinschaft

Von Frazer Chesterman, Geschäftsführer der FESPA

Im Geschäftsalltag übersehen wir leicht, wie viel wir von unseren Kollegen lernen können. Leider kommt das zu unserem Nachteil nur allzu häufig vor. Eines der Leitprinzipien der Fespa besteht darin, Umgebungen zu schaffen, in denen sich gleich gesinnte Drucker über Aspekte der täglichen Praxis austauschen können, um bessere, rentablere Unternehmen aufzubauen.

Die Globalisierung macht die Welt kleiner. Daher kommen nun viele Drucker von außerhalb Europas zur Fespa. In den vergangenen fünf Jahren haben wir Kollegen aus Japan, Korea, Thailand, Sri Lanka, den Philippinen, Nepal und Mexiko begrüßen können. Dies Erweiterung bereichert die weltweite Gemeinschaft der Großformatdrucker und trägt zu unserem kollektiven Wissen und Verständnis bei.

Die in München am 22. Juni beginnende Fespa 2010 wird ein kraftvoller Anziehungspunkt für Drucker aus mehr als 120 Ländern sein. Wir gehen davon aus, dass es sich um das bedeutendste globale Treffen der Großformatdrucker handeln wird, das es je gegeben hat. Aber die Interessengruppen der Fespa erstrecken sich weit über unsere Aussteller hinaus.

Internet basierte soziale Netzwerke sind wichtige Kommunikationsmittel unter geografisch voneinander entfernt liegenden Gemeinschaften, und die Fespa nutzt dies auf viele Arten, zum Beispiel über "The Wide Network" (www.widenetwork.ning.com), Linked In, und eine rasch wachsende Twitter-Anhängerschaft (@FESPA).  Diese virtuellen Treffpunkte erweitern sich täglich und sprechen eine vollkommen neue Generation von Druckunternehmern mit frischen Ideen an, die diese sofortige Verbindung schätzen. Das Potenzial dieser Online-Foren hat uns motiviert, unsere Mitglieder auch auf andere Weise zusammen zu bringen.

Wir sind uns dabei bewusst, dass die kraftvollste Methode für Networking und gegenseitiges Lernen immer noch die persönliche Begegnung ist - und schließlich ist diese das grundlegende Prinzip aller Ausstellungen. Deshalb hat die Fespa Mittel aus ihrem Reinvestitionsprogramm verwendet, um Gipfel auf der ganzen Welt zu organisieren und Anbieter, Drucker und andere einflussreiche Personen für den Austausch von Meinungen, Herausforderungen und hoffentlich auch Lösungen zusammen zu bringen. 

Unser kürzlich abgehaltener Gipfel in Miami/USA hat bewiesen, wie wertvoll es ist, die Kontinente miteinander zu verbinden und Druckern von beiden Seiten des Atlantiks Gelegenheit zu geben, miteinander zu interagieren und voneinander zu lernen. Die Veranstaltung hat uns rechtzeitig daran erinnert, dass keine einzelne Person und kein einzelnes Unternehmen alle Antworten besitzt, sondern dass wir unsere Branche gemeinsam stärken, widerstandsfähiger gegen Bedrohungen und offener für Gelegenheiten machen können.

Das Organisationsziel der Fespa besteht darin, die führende globale, verknüpfte Gemeinschaft der Großformatdrucker zu sein. Unsere Veranstaltungen wandern von Land zu Land und stellen damit sicher, dass wir weiterhin neue Teilnehmer einbeziehen, die das Fespa-Netzwerk durch andere Ideen und Kulturen bereichern und erneuern.  Nach der Messe in München wird die Fespa Digital 2011 in Hamburg und 2012 in Barcelona stattfinden.

Wir planen in beiden Städten vielseitige Veranstaltungen, die den Bedürfnissen unserer vorhandenen Mitglieder entsprechen und gleichzeitig unsere Mitgliedschaft vergrößern. Hamburg wird ein Sammelpunkt für Nordeuropa sein (einschließlich der deutschsprachigen Märkte, Polen, Russland und der nordischen und baltischen Regionen), während die Veranstaltung in Barcelona 2012 die Präsenz von Fespa in Südeuropa etablieren wird (insbesondere auf der iberischen Halbinsel und in Frankreich).

In Zukunft werden die Drucker außerhalb Europas mehr und mehr Gelegenheiten erhalten, Fespa-Ausstellungen sowie Weiterbildungs- und Networking-Veranstaltungen zu besuchen. Fespa Asia wird in Singapur stattfinden und Teilnehmer aus dem Nahen Osten, dem indischen Subkontinent, Südostasien und Australasien anziehen. Außerdem bauen wir auf unsere Veranstaltungen in Mexiko mit weiteren Events in Nord-, Mittel- und Südamerika einschließlich der Fespa Americas auf, die neben der "Graphics of the Americas" im Februar 2011 in Orlando stattfinden wird.

Dieser internationale dreijährige Kalender wird 2013 seinen Höhepunkt nehmen, wenn die Siebdruck-, Digital- und Textil-Vorzeigeveranstaltung der Fespa im hochmodernen Londoner ExCel-Messezentrum einziehen wird. London wird als Heimatstadt der Olympiade 2012 eine Infrastruktur der Weltklasse für Aussteller und Besucher bieten. Wir sehen es als perfekten Ort für eine wirklich globale Veranstaltung, die Drucker aus allen Kontinenten zusammenbringt.

Der Startpunkt für dieses globale Fespa-Abenteuer findet in München in diesem Monat statt - vergessen Sie daher nicht, Ihren Platz zu buchen. Zur Voranmeldung gehen Sie bitte auf die aktuelle Fespa-Website.

www.fespa2010.com

 

Die technischen Weiter- und Neuentwicklungen in allen Bereichen des Druckprozesses waren in jüngster Vergangenheit beträchtlich und gehen kontinuierlich weiter. So verliert der klassische Siebdruck beispielsweise angestammte Bereiche der Print-Produktion an den Digitaldruck. Dabei verändert sich das alte Druckverfahren (und die Unternehmen), wird selbst weiter entwickelt und verfeinert und geht Allianzen und Kombinationen mit anderen Technologien ein. An Vielseitigkeit seiner Einsatzbereiche wird der Siebdruck unübertroffen bleiben. Anhand unterschiedlichster Beispiele aus der Produktionswelt der Siebdrucktechnik soll in der vorliegenden Serie gezeigt werden, "Was der Siebdruck kann".

Siebdruck-Serie (2)

Kreative Print-Produkte - Veredelung von Offset-Drucken im Siebdruck

Von Hannes Riebl

Im Vergleich zu anderen Druckverfahren, stellt der Siebdruck das universellste Druckverfahren dar. So gibt es nahezu keine Einschränkung bei der Auswahl der Bedruckstoffe. Die Farbauftragsstärke lässt sich steuern und die Farb- und Lackvielfalt ist fast unbegrenzt. Ebenfalls eingesetzt wird Siebdruck als Beschichtungstechnik für beispielsweise elektrisch leitende Schichten, Klebstoffe und diverse Pasten. Doch geradezu prädestiniert ist er für die Anwendung im Bereich der Effektdrucke und der Druckveredelung.

Hannes Riebl ist Geschäftsführer von Riebl-Siebdruck in Landshut sowie stellvertretender Obermeister der Bundesinnung für das Siebdrucker-Handwerk und Vorsitzender der Fachgruppe Siebdruck im VDM Bayern.

Stand der Technik ist, dass wir heutzutage mit sehr feinen Geweben und hoch auflösenden Kopierschichten Linienstärken unter 0,1 Millimeter drucken können und mit groben Geweben und dicken Kopierschichten Farbauftragsstärken bis zu 100 µm und bei Spezialanwendungen noch dicker, verwirklichen können. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass im Siebdruck hoch pigmentierte Farben verdruckt werden können. Ein deckender, weißer Aufdruck auf schwarzem Untergrund ist problemlos möglich. Einige der wichtigsten Veredelungsarten sollen hier vorgestellt werden:

Oberflächenlackierung - Die wohl bekannteste Art der Offset-Veredelung ist die UV-Glanzlackierung. Die Siebdruck UV-Lackierung ist in ihrem Glanzcharakter schon auf Grund des dickeren Lackauftrages der Offsetlackierung überlegen. Darüber hinaus bietet die Möglichkeit, partiell zu lackieren, viele interessante Anwendungen, die eine Kaschierung oder Zellophanierung ausschließen. Sehr schöne Effekte erreichen wir mit Glanzlackdruck auf matt zellophanierten Untergründen. Die Möglichkeit, mit UV-Lacken einen hohen Glanz oder gegenteilig stumpfmatte Schichten zu erzeugen, ist bekannt. Aber wie verhält es sich mit der Möglichkeit, Oberflächen und Strukturen zu simulieren?

Viele Druckerzeugnisse lassen sich um haptische Effekte - also um fühlbare Oberflächen - bereichern. Softtouch, Leinen-, Holz- und Lederimitate, Bürststrukturen und 3D-Elemente sind nur einige Beispiele. Mit edlen Lackoberflächen erscheinen Drucke wie Kunstwerke. Bei exklusiven Geschäftsberichten, bei Firmenbroschüren, auf Buchumschlägen und -einbänden werden vermehrt Lackierungen angewandt.

Glanzrelief

Farbflopp und Perlmutt - Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. - spezielle Pigmente lassen Oberflächen schimmern, glitzern oder von grün nach rot kippen. Angewandt werden Trendfarben aus Kombinationen von sanften Farben mit seidig schimmerndem Glanz, brillante Farben, komplexe Interferenznuancen und dunkle Farbtöne, die aus der Tiefe zu kommen scheinen. Diese Farben verleihen Drucken sprühende Energie und Frische mit edlem und exklusivem Charakter. Der Verpackungsdruck, sowie modisch angehauchte Druckprodukte, sind eine Spielwiese für diese Effektpigmente.

Metalleffekt mit Bronzen und Glitter - Metallische Farben wirken klassisch. Sie gelten als "hochwertig", edel und dauerhaft. Diese Farbtöne unterscheiden sich klar von den gewohnten Farbtönen des optischen Spektrums und sind daher Klassiker der Effekte. Von Silber über Bronze und Kupfer zu Gold. Der "echte" Metalleffekt entsteht durch den dicken Farbauftrag, der nur im Siebdruck möglich ist. Die Lichtreflexion an den Oberflächen der blättchenförmigen Metallpigmente und die Lichtstreuung bewirken den metallischen Effekt. Je nach Oberfläche und Feinheit des Pigments, gibt es unterschiedliche Effekte.

Glitter
Metall
Relief
Relief

Relief und Strukturen - Durch eine besondere Haptik erfahren Druckprodukte einen zusätzlichen Mehrwert und Sicherheit. Der Tastsinn, galt in der Antike als wichtigster aller Sinne. "Die Fingerkuppe kauft mit" (J. Bauer, Coates Screen lnks GmbH) ist eine andere Schlussfolgerung aus der Jahrtausende alten Lehre vom Tastsinn. Auch heute werden Informationen in starkem Maße über Ertasten aufgenommen.
Reliefdrucke, Strukturdrucke, Matt- und Glanzlacke erzeugen haptisches Erleben unmittelbar beim Berühren mit der Fingerspitze. "Sinnliche Oberflächen" können hergestellt werden, die beim Betrachten und Anfühlen gleichermaßen Assoziationen wecken. Dieses Wissen ist besonders interessant für Produktioner, Einkäufer, Designer, Berater und Drucker, die nach einem erlesenen und zugleich neuartigen Gestaltungselement suchen. Taktile Symbole lassen sich in Brailleschrift sowie durch diverse Reliefeffekte herstellen.
Siebdruck ist auch bei den haptischen Effekten eine ideale Technik. Siebdruck realisiert die höchstmöglichen Schichtstärken in einem Druckverfahren und ist die Technologie für alles "Tastbare". Die Produktpalette für "Tastbares" ist umfangreich. Je nach Anforderung stehen Glanz-, Matt-, Relief- und Strukturlacke zur Verfügung.
Da extrem kratzfeste aber auch sehr weiche, rutschhemmende Einstellungen der Lacke möglich sind, lassen sich Oberflächen für verschiedenste Anwendungen erzeugen. Von der Softtouch-Oberfläche bis zur schleifpapierähnlichen Oberfläche, lässt sich alles realisieren. Haptische Effekte besitzen oft auch eine optische Wirkung und sprechen damit beim Betrachter zwei Wahrnehmungskanäle an. Diese Effekte lassen sich bei Geschäftsberichten, Imagebroschüren oder Verpackungen ebenso einsetzen, wie bei technischen Abhandlungen und vielen anderen Produkten.

Beschichtung und Kleberdruck - Die vielfältigen Möglichkeiten auf diesem Gebiet sollen nur kurz angeschnitten werden, denn im Siebdruck lässt sich beinahe alles verdrucken. Angefangen von elektrisch leitenden Pasten, über verschiedenste Pulver und Pigmente bis zum Kleber. Der Klebstoffauftrag mittels Siebdruck ist ein gängiges Verfahren. In der Klebetechnik unterscheidet man zwischen permanent haftenden, temporär haftenden und aktivierbaren Klebern.
Permanent haftende Kleber werden für Industrieprodukte wie Schilder, Frontblenden und technische Folien verwendet. Ablösbare Kleber verwendet man bei Werbeaktionen, um beispielsweise Folien wieder rückstandsfrei entfernen zu können.
Aktivierbare Klebstoffe können durch Wasser oder Temperatur aktiviert werden. Feuchtaktivierbare Klebstoffe, wie wir sie von Briefmarken und Briefumschlägen her kennen, werden zum Beispiel für Mailings und Werbeaktionen im Siebdruck verarbeitet.

Dufteffektfarben - Die Natur des Siebdrucks ermöglicht eine nahezu problemlose Verarbeitung hochviskoser Verdruckstoffe und die Erzielung substantieller Schichtstärken. Beide Eigenschaften entsprechen in idealer Weise den Anforderungen der Duftdarstellung. Mikroverkapselte Duftstoffe können somit hervorragend verdruckt werden.

Thermosensitive Farben - Diese Farbsorte reagiert auf Temperatur. Aufgedruckt auf Bierflaschenetiketten, zeigt die Farbe beispielsweise ob ein Bier richtig gekühlt ist. Texte und Bilder können mit einer Fläche überzogen werden und sind erst bei einer bestimmten Temperatur sichtbar.

Vorteile für Offsetdrucker und deren Kunden
In einem immer härter werdenden Wettbewerb in der Druck- und Medienbranche ist Siebdruck als Veredelungsverfahren für den Offset-Drucker die ideale Ergänzung, um seine Drucksachen aufzuwerten und sich vom Wettbewerb abzuheben. Dies ist auch die Chance für den etablierten Siebdruckbetrieb, in Kooperation mit Offset-Druckereien Lohnveredelung als Dienstleistung anzubieten.
Neben der altbekannten UV-Spotlackierung, sind es insbesondere die kreativen Spezialeffekte, die nur im Siebdruckverfahren gedruckt werden können und die das "Alleinstellungsmerkmal Siebdruck" hier voll zur Geltung bringen. Der Trend, mehr und mehr auf veredelte Printprodukte zu setzen, lässt sich bereits in div. Bereichen der Verpackungsindustrie erkennen. Effektdrucke dienen dazu, auf Produkte mit Hilfe spezieller Farben oder Lacke verschiedene sichtbare, fühlbare oder funktionelle Eigenschaften aufzubringen.
Ziel ist es, Effekte bei Druckerzeugnissen einzusetzen, um verschiedene optische und haptische Eindrücke beim Leser hervorzurufen und ein Druckprodukt so vom Wettbewerb abzuheben. Kreative Oberflächen erhöhen die Aufmerksamkeit unserer Kunden und verstärken die Aussage der Produkte. Siebdruck-Effekte kombinieren optische und fühlbare Oberflächen. Speziallackierungen erhöhen die Leistungsdifferenz, erweitern das Produktsortiment und verbessern dadurch die Wettbewerbssituation.

Weg von der uniformen Massenproduktion.
Der Kunde will kein Produkt - sondern Erfolg! Im Bereich der Veredelung besteht ein großer Bedarf an Spezialprodukten. Für Kunden stehen hier sicherlich die zwei Aspekte im Vordergrund, dass veredelte Produkte preislich höher zu bewerten sind und sich Anwender mit Spezialprodukten (als Spezialisten) in ihrem eigenen Umfeld positionieren und damit erhebliche Wettbewerbsvorteile verschaffen können.

Rubbelfarbe

Eine zukunftsträchtige Anwendung liegt beim Rubbelfarbendruck auf Digitaldrucke.
Die neuesten Digitaldruckanlagen, wie die HP indigo press 5500, drucken bereits mit sehr exakter Anlage, so dass sich eine Weiterverarbeitung im Siebdruck fast problemlos durchführen lässt.
Im Kombinationsdruck sollte aber in erhöhtem Maße auf Produktionssicherheit geachtet werden. Reklamationen kann durch festgelegte Abläufe und eine entsprechende Qualitätssicherung vorgebeugt werden. Nach dem Siebdruck-Symposium zum Thema "Produktionssicherheit im Kombinationsdruck" im November 2000 wurde in Zusammenarbeit mit der Fogra ein "Pflichtenheft" erstellt, das beim bvdm zu erwerben ist. Das Zusammenspiel zwischen Offset-Druckern und Siebdruckern sollte auf einer gesicherten Grundlage stehen. Da der Kombinationssiebdruck ein sehr erfinderischer Industriezweig ist, kann ein Pflichtenheft nur den aktuellen Kenntnisstand erfassen.
Unerlässlich sind immer, und das gilt besonders für "neue" Produktionen im Kombinationsdruck, Vorversuche und die Abstimmung der Produktionsstufen.
Das Zusammenspiel beider Druckverfahren läuft nicht immer reibungslos, wie die Praxis zeigt. Methoden und Praktiken, die innerhalb der jeweiligen Druckverfahren scheinbar problemlos funktionieren, können im Kombinationsdruck zu Reklamationen und leider auch zu Verstimmungen der beteiligten Partner führen.
Um Passerprobleme zwischen Siebdruck und Offsetdruck zu vermeiden, sollte bereits im Vorfeld geklärt werden, dass die Seitenmarken der Druckanlagen übereinstimmen. An Offset-Vordrucken sind zur Kontrolle Seitenmarken mitzudrucken, um zu kontrollieren, dass die Bögen gleichmäßig angelegt wurden.
Beim Transport des Papieres von Druckerei zu Druckerei, muss die relative Stapelfeuchte beachtet werden, um Tellern und Randwelligkeit zu vermeiden (Stapelfeuchte ca. 50 %/+/-5 %).

www.siebdruckinnung.org

www.bvdm-online.de

www.riebl-siebdruck.de


Folien-Technologie

Folien werden dünner, Verpackungen funktionaler

Die Folienindustrie ist von der Wirtschaftskrise 2009 weit weniger betroffen als andere Zweige der Kunststoffbranche. Denn intelligente Verpackungen, die neben der notwendigen Verbraucherinformation viele weitere Kriterien erfüllen, sind auf dem Vormarsch. Dies gilt nicht nur für den Lebensmittelbereich. Vom 27. Oktober bis 3. November 2010 ruft die Leitmesse "K 2010" die Branche in Düsseldorf zur Leistungsschau.

Öko auf dem Vormarsch: Sogar Tiefkühlverpackungen gibt es schon aus Biokunststoffen.
Die ersten Blasköpfe für 11-schichtige Folien sind bereits im Einsatz.
Auf engsten Raum: 5-Schicht-Blasfolienanlage Filmtec mit REI2cool-Kühlring.
Schnelllaufende Extruder mit einfachem Handling und hoher Ausstoßleistung.

Insbesondere flexible Verpackungen, also Folienverpackungen, werden aufgrund ihrer geringen Material- und Herstellungskosten und ihres breiten Anwendungsspektrums stark nachgefragt. Wegen ihres geringen Gewichts, schonen sie Ressourcen und bieten zudem gute Recyclingmöglichkeiten. Für den Einsatz flexibler Verpackungen in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie sowie in der Pharma- und Kosmetikindustrie sprechen hygienische Aspekte und eine lange Lagerfähigkeit. Weiterentwicklungen bei atmungsaktiven Folien, mikrowellen- und tiefkühlgeeigneten Folien sowie biologisch abbaubaren Folien begünstigen zudem deren vermehrten Einsatz. Schon heute decken Kunststofffolien rund drei Viertel des weltweiten Bedarfs an flexiblen Verpackungen.

Laut einer Studie der US-amerikanischen Freedonia Group steigt der globale Bedarf für flexible Verpackungen gegenwärtig von gut 16 Millionen Tonnen in 2008 bis 2013 um jährlich rund 3,5 Prozent auf fast 19,5 Millionen Tonnen an. Das schnellste Wachstum prognostizieren die Marktforscher in den sich entwickelnden Regionen in Asien, Lateinamerika, Osteuropa und Afrika bzw. dem Nahen Osten.

Als Industriefolien werden zumeist jene Folien bezeichnet, die zum Beispiel als Schrumpfhauben, Stretchfolien oder als Verpackung für industrielle Güter zum Einsatz kommen, sowie die Folien, die vom Folienhersteller als Rohware zur Veredelung in die Industrie weiterverkauft werden. Hauptsächlich werden für die Herstellung von Industriefolien Polyolefine, und hier vornehmlich PE-Typen eingesetzt. Dreischichtige Folienverbunde beherrschen heute den Markt. Nicht selten lässt sich durch die Kombination verschiedener Polymertypen trotz erhöhter Funktionalität Material einsparen: Ein wichtiger Pluspunkt für die Wirtschaftlichkeit einer Anlage.

Konsumentenverpackungen trotzen der Krise
Gründe für die zunehmende Verwendung flexibler Lebensmittel-verpackungen aus Kunststoff liegen in den Industrieländern auch in einem sich wandelnden Verbraucherverhalten. Der Konsum von Fertiggerichten steigt stetig, das Nahrungsmittelangebot wird breiter und schließlich spielt der Wunsch nach einem ansprechenden Äußeren der Verpackung eine immer wichtigere Rolle.

Als Konsumentenverpackung und insbesondere bei Lebensmittel-verpackungen haben sich Folienverbunde durchgesetzt. 5-schichtige Folien bilden den Standard, wobei 7- und 9-Schicht-Verbunde keine Seltenheit mehr sind. Zusätzliche Flexibilität geben die Extrusionsanlagenhersteller dem Verarbeiter dadurch, dass er mit einer Anlage ohne Umbaumaßnahmen möglichst viele verschiedene Produkte, beispielsweise 3-Schicht- und 5-Schicht-Folien, herstellen kann. Mit neuesten Werkzeugtechnologien lassen sich barrierestarke Flach- und Gießfolien mit bis zu 27 Schichten herstellen.

Sowohl in Flach- als auch in Blasfolienanlagen setzen nahezu alle Maschinenbauer heute energiesparende und wartungsfreie AC-Motoren ein oder nutzen auch aus Platzgründen Direktantriebe anstelle der herkömmlichen Motor-Getriebe-Versionen.

Eine wichtige Rolle bei der Herstellung von Blasfolien spielt der Blaskopf, der in Kombination mit einer geeigneten Folienkühlung und Dickenregelung für eine möglichst hohe Ausstoßleistung und Folienqualität sorgt. Insbesondere auf dem Gebiet der Folienkühlung wurden in der jüngsten Vergangenheit mit verschiedenen Konzepten erhebliche Fortschritte erzielt. Auf der K 2010 vom 27. Oktober bis 3. November in Düsseldorf, der weltgrößten Fachmesse für Kunststoffe und Kautschuk, werden viele der neuen Möglichkeiten vorgestellt werden.

Bio- und Recyclingwerkstoffe erobern Lebensmittelverpackungen
Während für die Herstellung von Lebensmittelfolien auf Blasfolienanlagen zumeist Polyolefin¹-Typen in Verbindung mit Barrierewerkstoffen wie Polyamiden und EVOH² verwendet werden, hat sich in der Vergangenheit PET als "Massenkunststoff" für Flachfolien etabliert. Die Bestrebungen vieler Unternehmen, PET sinnvoll zu rezyklieren, tragen Früchte. Eine Hürde ist jedoch weiterhin die Zulassung so genannter rPET-Typen (rezyklierte PET-Typen) für den erneuten Einsatz in direktem Lebensmittelkontakt. Verfahren zur Herstellung mehrschichtiger Folienverbunde, in denen das rPET in der Mittelschicht eingesetzt wird, sind bereits etabliert. Dank stetiger Verbesserungen der Maschinentechnologie sind rPET-Typen aus aufbereiteten Post-Consumer-PET-Abfällen und Flaschenmahlgut mittlerweise als Lebensmittelverpackung oder zur Verpackung tiefgefrorener Fertiggerichte im Einsatz.

Generell verzeichnen Biowerkstoffe seit längerem Zuwächse, bei den Lebensmittelverpackungen ist diese Entwicklung jedoch noch jung. In letzter Zeit machten zum Beispiel klimaneutrale Folienprodukte aus PE sowie aus nachwachsenden Rohstoffen von sich reden. Die Gründe für den vermehrten Einsatz von Biowerkstoffen liegen vor allem in der Ressourcenschonung, Kompostierbarkeit und Nachhaltigkeit. Jedoch ist ein biologisch abbaubarer oder auf biologischen Rohstoffen basierender Werkstoff nicht zwangsläufig ökologischer und nachhaltiger als ein herkömmlicher Kunststoff. Dennoch haben das gestiegene Umweltbewusstsein und die Diskussion um das Für und Wider der verschiedenen Werkstoffgruppen vielfältige Innovationen zur Ressourcenschonung auf den Weg gebracht.

Glossar
¹Polyolefin - (auch Polyalkene) sind Polymere, die aus Kohlenwasserstoffen aufgebaut sind und sich leicht verarbeiten lassen. Sie zeichnen sich durch gute chemische Beständigkeit und elektrische Isoliereigenschaften aus.
² EVOH - Ethylen Vinylalkohol; Copolymere zur Beschichtung in der Verpackungsindustrie. Sie sind porenfrei, chemikalien- und witterungsbeständig, gut haftend und schwer entflammbar.

www.k-online.de

VDI-Studie

Studie: Standort Deutschland bietet ungenutzte Potenziale

Bis zu 30 Prozent Einsparpotenziale für Unternehmen bietet eine engere Verzahnung von Produktion und Logistik. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie, die im April auf dem 19. Materialfluss-Kongress des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) Wissensforum in Garching präsentiert wurde. Trotz der teilweise nicht ausgeschöpften Potenziale ist der Standort Deutschland dennoch gut aufgestellt.

Die aktuelle Studie "Standortvorteil Deutschland", die als Kooperationsprojekt zwischen dem Verein Deutscher Ingenieure (VDI), dem Institut für Fabrikbetriebslehre und Unternehmensforschung (IFU) der TU Braunschweig, dem Beratungsunternehmen Miebach Consulting und der Germany Trade & Invest GmbH entstanden ist, liefert ein positiveres Stimmungsbild für den Produktionsstandort Deutschland.

Befragt wurden in der Studie Vorstände, Geschäftsführer und leitende Angestellte in mittelständischen deutschen Unternehmen und Konzernen. Dabei entstammt etwa die Hälfte der Teilnehmer der Automobilindustrie und dem Anlagen- und Maschinenbau. Ein Großteil der etwa 300 teilnehmenden Unternehmen sieht in den klassischen Standortortfaktoren wie dem hohen Grad der Mitarbeiterqualifikation, den infrastrukturellen Verhältnissen und den hohen Qualitätsstandards in Deutschland auch weiterhin große Vorteile gegenüber anderen Ländern. "Der Produktionsstandort Deutschland ist nach wie vor gut aufgestellt", bewertete Dr. Joachim Miebach, stellvertretender Vorsitzender der VDI-Gesellschaft Produktion und Logistik, die Ergebnisse. Doch müssten die Stärken jetzt ausgebaut und die Schwächen beseitigt werden.

Schwachpunkte sehen die Experten noch in der engeren Verzahnung von Produktion und Logistik. Die Studie verdeutlicht, dass durch die sinnvolle Integration von Produktions- und Logistikabläufen bis zu 30 Prozent der Kosten ohne hohe Investitionen eingespart werden könnten. Tobias Rinza, Studienleiter bei Miebach Consulting sagt dazu: "Unternehmen müssen ihre Potenziale stärker ausnutzen. Mit effizienteren Prozessen und einer besseren Vernetzung können hier viele Euros eingespart werden. Das stärkt unsere internationale Wettbewerbsfähigkeit." Gerade als Anlaufland für neue kundenindividualisierte Produkte qualifiziere sich Deutschland als ein erfolgreicher und profitabler Standort.

Darüber hinaus haben die Ergebnisse der Analyse aufgezeigt, dass generelle Trends, wie der demographische Wandel und der zunehmende Mangel an Nachwuchskräften, von vielen der befragten Firmen als Herausforderung verstanden würden, sich die meisten Unternehmen hierauf jedoch bereits einstellen und Migration als einen wesentlichen Lösungsansatz sehen. Die übrigen Trendentwicklungen, wie das steigende Ökologiebewusstsein, die weitere Produktindividualisierung oder die zunehmende Gleichstellung der Geschlechter wirkten eher positiv stimulierend auf die Innovationskraft und Leistungsfähigkeit der Unternehmen in Deutschland.

"Die Einsparpotenziale durch die Vernetzung von Produktion und Logistik sprechen eine klare Sprache, wo die Potenziale der Zukunft liegen", kommentiert Wolfgang Albrecht, Geschäftsführer der PSI Logistics GmbH, die Studienergebnisse. Sein Unternehmen schöpft bereits einige der in der Studie genannten Potenziale aus. "Wir folgen mit unserer Unternehmensstrategie dem - auch durch die Studie bestätigten - Trend zur Vernetzung von Prozessen und Systemen."

Auf dem VDI-Kongress diskutierten die Logistikkonzepte für die Zukunft. "Mit unseren Fachsequenzen zur Produktionslogistik und effizienten Betriebsführung zeigen wir die Notwendigkeit einer engen Verzahnung beider Bereiche auf", sagte Professor Willibald Günthner von Technischen Universität München. Zum Kongress kamen insgesamt knapp 500 Experten der Branche. Der 20. Materialfluss-Kongress des VDI Wissensforum wird am 14. und 15. April 2011 in Garching stattfinden.

www.vdi.de

 

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